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Internationales Festhallen-Reitturnier 2017

Als Reiter aus dem Rhein-Main-Gebiet ist das Internationale Festhallen-Reitturnier im Dezember für mich ein absolutes Muss und ich bin seit Jahren jedes Jahr dabei. Auch dieses Jahr rief Frankfurts "Gudd Stubb" zahlreiche Zuschauer aus ganz Deutschland und ich folgte dem Ruf. Diesmal wurde mir jedoch erstmals die Ehre zuteil, das Festhallen-Reitturnier als Blogger besuchen zu dürfen. Wer mir auf Instagram folgt, konnte bereits am Freitag, 15. Dezember sowie am Samstag, 16. Dezember (beinahe) live in meiner Story ein wenig das Geschehen mitverfolgen. Für alle, die es verpasst haben, hier nun wie versprochen mein Bericht über die beiden Tage.

 

Mit leichter Verspätung traf ich am Freitag in der Festhalle ein.  Ärgerlich, dass meine Fotokamera am Vorabend beim Test ihren Dienst quittiert hatte. So konnte ich an dem Wochenende nur auf meine Handykamera mit nicht so toller Auflösung zurückgreifen. Aber zurück zum Ort des Geschehens. Der Internationale Grand Prix de Dressage war gerade zu Ende, welchen Jessica von Bredow-Werndl mit ihrem Top-Pferd Zaire und fulminanten 77,2% gewann. Ich suchte mir mein Plätzchen und schaute den Startern der darauffolgenden Einlaufprüfung des Louisdor-Preises zu. Auch hier trat wieder das Who-is-who der Dressurszene an. Allen voran unsere deutschen Dressurreiter, die die Prüfung mit ihren Darbietungen unglaublich spannend machten. Heiner Schiergen musste in der Prüfung leider vorzeitig aufgeben. Nach einem vielversprechenden Einritt ins Viereck mit seinem Rheinländer Wallach Carlos ließ sich der etwas zu sehr von der weihnachtlichen Dekoration beeindrucken. Die Aufgabe sinnvoll zu Ende reiten war so kaum möglich. Carlos wollte einfach nicht an dem einen Blumenkübel vorbei, scheute, lief rückwärts, sodass die Richter schließlich abklingelten. Immerhin hatte Carlos danach noch Gelegenheit, sich das Viereck nochmal in Ruhe anzusehen. Ingrid Klimke, Dorothee Schneider und Anja Plönzke hatten da bereits mit Bravour abgeliefert. Dann stellte Jessica von Bredow-Wenrdl ihre Stute Dalera vor. Bereits nach wenigen Augenblicken wurde jedem klar, dass dieser Ritt mit einer hohen Wertung belohnt werden musste. Selten sah man ein so entspanntes Pferd, das erahnen ließ, dass da noch mehr Potential vorhanden ist. Die Reiterin tanzte mit Dalera souverän durch die Festhalle. Und so ging auch in dieser Dressurprüfung Platz eins mit 77,09% nach Aubenhausen.

 

Jessica von Bredow-Werndl erzählte im Anschluss im Interview mehr als zufrieden von den beiden Prüfungen. Zwar war das Abreiten mit Zaire am Morgen nicht einfach aufgrund von Wind und der Geräuschkulisse, trotzdem blieb er konzentriert bei seiner Reiterin. So auch in der Prüfung. Der Ritt war für sie ein "Genuss" und auch später mit Dalera hatte Jessica von Bredow-Werndl "Gänsehaut". Gänsehaut pur - ja, so kann man den Ritt dieses Paares tatsächlich beschreiben.

 

Ich nutzte die Umbaupause vor der Springprüfung, um mich etwas in der Shopping Area umzusehen. Wie immer war hier auf rund 8.000 qm ein bunter Strauß an Möglichkeiten des Geld-loswerdens vorhanden. Vorherrschender Trend an den Ständen: Glitzer. Kaum ein Aussteller, der nicht irgendetwas Funkelndes feil bot. Ich bestaunte den wunderschönen Dressursattel am Stübben-Stand, der mit Swarovski-Steinen besetzt war. Wirklich schmunzeln musste ich, als zwei Damen neben mir die Standmitarbeiterin fragten, wie man denn bitte mit dem Sattel reiten soll, wenn man ihn nicht anfassen darf? Äh, ja. Schnell ab zu Ascot, Trensen gucken. Bei Magic Tack verweilte ich lange, konnte mich dann aber noch nicht für ein neues Stirnband für meine Trense entscheiden. Vielleicht mal eine Nacht drüber schlafen. Bei Reitsport Wüst, die ja quasi fast in meiner Nachbarschaft zu Hause sind, wurde ich fündig. Eine neue Reitleggins aus der Q-Leggs-Reihe, um die ich schon seit Monaten immer mal wieder herumgeschlichen war. Und wenn's dann mit dem Shoppen mal läuft, dann läuft's. Bei Springstar ergatterte ich noch eine hübsche blaue Steppjacke.

 

Jetzt aber schnell wieder auf meinen Zuschauerplatz, weiterschauen. Im Preis der Lufthansa Cargo AG gab es einen Parcours mit 1,40m Hindernishöhe und 11 Hindernissen zu bewältigen. Unter anderem startete hier auch "Promi Big Brother" Gewinner und Unternehmer Jens Hilbert, der sich mit seinem Pferd Guess wacker im Profi-Feld schlug. Niederländer Gert Jan Bruggink bog im Parcours falsch ab, ließ einen Sprung aus und wurde prompt disqualifiziert. Gewinner der Prüfung wurde Felix Haßmann mit seiner Westfalen-Stute Balance. Beste Reiterin der Prüfung und somit Gewinnerin des Springstar Ladies Cup wurde Annabel Joost mit Letkiss.

 

Danach konnten die ganz kleinen Nachwuchsreiter in der Führzügelklasse des Nürnberger Burg-Pokals ihr Können zeigen. Allesamt schick herausgeputzt stellten sie ihre Ponys vor großer Kulisse vor. Natürlich durfte jede Starterin im Anschluss eine Schleife mit nach Hause nehmen. 

 

Ein weiteres Highlight war für mich das Meet & Greet mit Ingrid Klimke. Sie ist ja bekanntlich schon seit Jahren mein großes Vorbild, was den Dressursport angeht. Umso glücklicher war ich, dass ich sie endlich einmal persönlich treffen konnte, wenn auch nur kurz. Eine so nette, herzliche Person, immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Einfach toll.

 

Der "Frankfurter Abend" wartete dann noch mit zwei tollen Springprüfungen auf. Dem Lavazza-Preis und dem FRAPORT-Preis mit Hindernishöhen von 1,35m und 1,40 sowie 1,50m. Jörg Oppermann gewann mit seiner Amelie den Lavazza-Preis und sicherte sich so einen ordentlichen Kaffee-Vorrat und eine neue Kaffeemaschine. Den Sieg im FRAPORT-Preis konnte hingegen Jörne Sprehe nach Hause holen.

 

Zu später Stunde erwartete die Zuschauer noch die Stübben-Show, die wirklich sehr toll gelungen war. Unter anderem fand hier ein Reiter-Wechsel statt: Springreiter im Dressursattel und umgekehrt. Die Besucher hatte ihre Gaudi.

 


 

Am Samstag hatte ich leider nicht allzu viel Zeit für die Festhalle, da mein Kalender pickepackevoll mit weiteren Terminen war. So lief ich erst wieder um die Mittagszeit und pünktlich zum Finale des Nürnberger Burgpokals dort ein. Dort spielte sich ein wahrer Dressur-Krimi ab. Alle Starter ritten auf Spitzen-Niveau. Auch Isabell Werth lieferte souverän mit ihrem Flamboyant ab. 77,78%. Danach ritt Hubertus Schmidt ins Viereck. Ein wirklich grandioser Ritt auf einem zufriedenen Pferd. Die Zuschauer sahen ihn im Spectator Judging klar auf Platz eins. Ein winziger Fehler kostete ihn Punktabzug. Als die Richter schließlich das Ergebnis von insgesamt 77,19% bekannt gaben, ging ein Pfeifkonzert durch die Festhalle. Viele Zuschauer konnten die Wertung nicht nachvollziehen, sahen Hubertus Schmidt ganz klar auf dem ersten Rang. Da konnte auch Isabell Werth's Versprechen, im Anschluss mit Schmidt "einen trinken zu gehen" nicht wirklich besänftigen.

 

Nach der Siegerehrung zog es mich noch einmal in die Shopping Area. Bei Noconcept hatte ich ein paar schöne Sachen gesehen, die ich mir noch etwas genauer anschauen wollte. Vor allem die hübschen Plastrons hatten es mir angetan. Zeitgleich loste Youtuberin und Blogger-Kollegin Damiana Spöckinger dort die Gewinner eines Gewinnspiels aus und stand für eine kurze Autogrammsession zur Verfügung. Ich nutzte die Gelegenheit zu einem kurzen Hallo und Plausch, bevor ich mir eine kurze Stärkung holte und wieder rüber zum Turniergeschehen ging.

 

Mein Zeitplan ließ es leider nur zu, dem ersten Teil des Champions Cup beizuwohnen. Der Parcours war anspruchsvoll gebaut, wirklich viel Platz gab es nicht zwischen den Hindernissen. Vor allem Hindernisse Nr. 4 und 5 waren "untenrum" recht luftig gebaut, sodass viele Pferde hier Probleme mit dem Taxieren hatten und es oft zu Abwürfen kam. Hingegen die Dreier-Kombination (8a-c) war für die meisten kein Problem. Der Preis ging diesmal schließlich verdient an Michael Jung und Chelsea.

 




 

Insgesamt war es dieses Jahr wieder ein wirklich gelungenes Event. Für die Reiter in Rhein-Main ist das Festhallen-Reitturnier einfach ein Muss und ein würdiger Jahresabschluss in der Turniersaison. Die Atmosphäre ist immer einzigartig - wer es nicht kennt, muss es wirklich mal erlebt haben. Ich freue mich schon sehr auf nächstes Mal. Der Termin ist auf jeden Fall wieder im Kalender vorgemerkt. An dieser Stelle auch nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an die Veranstalter und Organisatoren, dass ich dieses Jahr "offiziell" als Blogger dabei sein durfte. Ein Interview mit Jessica von Bredow-Werndl, ein Shake-Hands mit Ingrid Klimke - tolle Momente, die ich dieses Jahr erleben durfte. Ich weiß das sehr zu schätzen und bin sehr dankbar für diese Gelegenheit. Wir sehen uns im Dezember 2018 wieder! Dann auch mit funktionierender Fotokamera. ;)