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DIY: Fliegenmütze - einfacher als gedacht

Ihr habt eine schöne Schabracke, aber euch fehlt noch die passende Fliegenhaube. Die Hauben „von der Stange“ gefallen euch nicht oder sind zu teuer. Mit ein wenig Geschick könnt ihr sie aber ganz leicht selbst machen. Ich zeige euch heute wie.

 

Mir ging es vor einiger Zeit ähnlich. Ich suchte eine passende Fliegenhaube zu meiner hellblauen Eskadron Paisley Schabracke. Von Eskadron selbst gab es in der Kollektion nur eine in dunkelblau und andere hellblaue Hauben gefielen mir nicht oder das blau passte nicht. Zufällig entdeckte ich beim Einkauf in einem Supermarkt ein Knäuel Häkelgarn in genau dieser Farbe.  Beim Aussortieren alter Klamotten fand ich dann noch ein altes hellblaues T-Shirt. Super! Projekt Fliegenhaube konnte beginnen. Ich hatte vorher schon ein paar Hauben in anderen Farben gemacht, daher hatte ich schon Übung. 

 

 

Für eine Fliegenhaube in Größe Warmblut braucht ihr

  • ca. 100 g Baumwoll Häkelgarn, z.B. von Schachenmayr „Catania“ für die Grundfarbe
  • ggf. noch andersfarbiges Garn, falls ihr die Umrandung farblich absetzen wollt
  • Häkelnadel Gr. 3,5 – 4
  • Stoffreste 2x ca.  20 x 25 cm
  • Nähmaschine oder Nähnadel
  • Nähgarn
  • Stecknadeln zum Fixieren des Stoffs beim Nähen
  • Kordeln usw. nach Lust und Laune zum Verzieren

 


Schritt 1:

 

Zunächst häkeln wir in der Grundfarbe eine Reihe Luftmaschen. Ich schlage für meine Fliegenhauben in Größe WB immer ca. 65 Maschen an. Darüber werden dann 10 Reihen feste Maschen gehäkelt. Das ergibt bei mir ein Viereck von 34 x 5 cm. Nach der 10. Reihe häkelt man noch 16 Luftmaschen, zieht das Garn durch die letzte Masche und schneidet den Faden ab.

 




Schritt 2

 

Über die mittleren 21 Maschen des Vierecks werden jetzt 21 feste Maschen gehäkelt. Über diese kommen dann nochmal 16 Reihen. Damit ist das Mittelteil, also der Teil zwischen den Pferdeohren fertig. An die letzte Reihe schließen wieder 16 Luftmaschen an. Danach näht ihr die Luftmaschenketten so fest, dass man schon die Öffnungen erkennen kann, wo später mal die Pferdeohren durchkommen.

 



Schritt 3

 

Als nächstes beginnt ihr an der Seite der Arbeit und häkelt von einer Seite komplett zur anderen, über die Luftmaschenketten und das Mittelteil. Darüber kommen dann nochmal 10 Reihen feste Maschen. Die Maschenanzahl verändert sich dabei nicht, es werden keine zusätzlichen Maschen eingefügt. Die Höhe dieses Abschnitts beträgt in etwa 5 cm. Je nach Kopfbeschaffenheit des Pferdes kann das aber auch etwas länger oder kürzer ausfallen, wie ihr mögt und wie es für das Pferd am besten passt

 



Schritt 4

 

Jetzt wird das „Dreieck“  oder "Lätzchen" gehäkelt. Man beginnt damit ungefähr auf Höhe des äußeren Punkts des Ohrenlochs. Ich häkle ein einfaches Stäbchenmuster mit ganzen Stäbchen (Stäbchen – Luftmasche – Stäbchen – Luftmasche – Stäbchen usw.). Von Reihe zu Reihe verringert man die Stäbchenzahl, indem man die Stäbchen versetzt in die Luftmaschen der vorherigen Reihe häkelt. Dadurch ergibt sich dann automatisch die Dreiecksform. Ich häkle einfach so lange, bis ich zum Schluss nur noch 4 Stäbchen und 3 Luftmaschen habe. Faden durchziehen und abschneiden.

 



Schritt 5

 

Nun folgt die Umrandung. Zunächst häkle am besten noch eine Reihe in der Grundfarbe einmal komplett außenrum. Wenn man dann einen Farbwechsel macht, ist der Übergang gleichmäßiger. Darüber kommt jetzt der "Saum". D.h. ihr umrandet das Mützchen nun einfach mit ein paar Runden festen Maschen oder Stäbchen, je nachdem, wie breit ihr den Saum haben wollt. In der letzten Runde beginnt ihr dann in der unteren Ecke der Arbeit mit zwei festen Maschen, gefolgt von ca. 15 - 18 Luftmaschen. Dann wieder eine feste Masche, die ihr direkt hinter die 2. feste Masche arbeitet. Dadurch ergibt sich später der „Schnubbi“, durch den man den Kehlriemen der Trense ziehen kann, damit das Häubchen beim Reiten nicht abgeht.  

 


Direkt nach dem "Schnubbi" oder auch etwas versetzt auf Höhe des "Lätzchens" kann man dann entweder in festen Maschen einfach normal weiterarbeiten oder auch z.B. einen Muschelrand oder Mäusezähnchenrand arbeiten. Das ist dann etwas für die schon geübten Häkler. Anleitung für solche Schmuckränder gibt es jede Menge im Netz. Für mein blaues Fliegenmützchen habe ich mich für einen geraden Saum ohne Schmuckrand entschieden. Auf der gegenüberliegenden Seite des "Lätzchens" angekommen, arbeitet ihr den "Schnubbi" wieder wie oben, nur logischerweise in umgekehrter Reihenfolge. Zum Schluss wieder Faden durchziehen, abschneiden und alle überstehenden Fäden sauber vernähen.

 

Damit ist der gehäkelte Teil fertig.

 



Schritt 6

 

Jetzt brauchen wir den Stoff. Ihr könnt – wie ich auch – ein altes T-Shirt dafür nehmen oder leichten Baumwollstoff kaufen. Er sollte nur nicht kratzig sein, sondern weich und nicht allzu fest.

 

Ihr braucht zwei Stücke jeweils in der Größe 20 x 25 cm. Die faltet ihr jeweils in der Mitte. Die eine Ecke (an der offenen Stoffseite) schneidet ihr zurecht, sodass die beiden Stoffteile dann jeweils so wie auf dem letzten Bild aussehen.

 




Schritt 7

 

Mit der Nähmaschine oder wahlweise auch einfach mit Nadel und Faden näht ihr nun die offene, abgerundete Seite des Stoffteils zu, sodass es nur noch unten die Öffnung für das Ohr hat. Am besten versäubert ihr mit der Nadel oder mit der Nähmaschine auch die Schnittkante, damit der Stoff später nicht ausfranst.

 

Dann steckt ihr das fast fertige „Ohr“ auf der Häkelarbeit mit Stecknadeln erstmal fest. Der Stoffbruch ist dabei in der Ecke vom Genickstück/Mittelteil. Jetzt musst der Stoff nur noch mit der Nähnadel oder mit der Nähmaschine festgenäht werden. Dabei achten, dass ihr die Ohren auch richtig herum einnäht! Fäden vernähen, abschneiden, fertig.

 




Schritt 8

 

Zum Schluss kann man die Haube jetzt noch verzieren. Was ihr macht, bleibt euch überlassen. Ich nehme üblicherweise Kordeln. Entweder fertige Kordeln in den Lieblingsfarben kaufen oder aus Garnresten selbst welche drehen. Das ist total einfach. Der eine oder andere kennt es bestimmt noch aus dem Bastelunterricht in der Schule. Die Kordeln mit Stecknadeln fixieren und dann einfach mit der Hand oder der Nähmaschine auf der Fliegenmütze festnähen. Die Enden versäubern und die Fäden vernähen und abschneiden. Et voilá!

 



So habt ihr mit ein wenig Übung in wenigen Stunden für kleines Geld eine individuelle Fliegenhaube gemacht. Viel Spaß beim Nachmachen! Wenn ihr davon Bilder auf Instagram postest, nutzt einfach den #juliasreiterblog oder markiert mich @juliasreiterblog, damit ich den Post sehen kann.

 

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