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Quo vadis, Julia's ReiterBlog? So wird es in 2020 weitergehen!

Das Jahr 2020 ist nun schon einige Tage alt und natürlich habe ich mir in den vergangenen Tagen nicht nur Gedanken gemacht, was letztes Jahr alles gewesen ist, sondern auch wo es dieses Jahr mit dem Blog und Instagram hin gehen soll. Klar ist: es wird Veränderungen geben.

 

Ihr habt ja selbst gemerkt, dass es in den letzten Wochen sehr ruhig hier auf meinen Kanälen zuging. Einerseits (und hauptsächlich) lag das an meiner Situation auf Arbeit, denn es war wirklich stressig und ich habe einige Überstunden gemacht. Andererseits fehlte mir aber auch die Motivation, neuen Content zu liefern. Immer mehr tauchte in mir die Frage auf: Warum? Wieso mache ich das alles? Will ich das alles noch oder schmeiße ich hin?

 

Ich liebe es nach wie vor zu schreiben und Content zu erstellen. Ich teile gern meine Gedanken und meinen pferdischen Alltag mit euch. Zudem habe ich mir für alles nicht-pferdische, was mich aber trotzdem interessiert und was ich zeigen möchte, einen zweiten Instagram-Account zugelegt. Auf diesem werden Ausrichtung und Inhalte auch deutlich anders sein, aber das nur am Rande. Zurück zum Thema ReiterBlog. In den letzten Wochen und Monaten kam bei mir immer öfter die Frage auf: Passt die Ausrichtung von Julia’s ReiterBlog, wie sie momentan ist, wirklich zu mir und dem, was ich hier machen möchte? Ich hatte bereits im November in einer Instagram-Story schon einmal durchklingen lassen, dass ich mich seit geraumer Zeit nicht so wirklich wohl damit fühle. Fakt ist: Ich bin keine Anfang/Mitte Zwanzig mehr. Ich bin mittlerweile 37. Ich bin nicht gertenschlank mit Kleidergröße 36, ich habe das eine oder andere Kilo zu viel auf meinen Rippen und meine grauen Haare werden auch immer mehr. Aber das ist völlig ok so. Die jetzt jungen Mädels kommen da auch irgendwann hin, das ist der Lauf der Dinge. Aber muss ich dann wirklich noch zwanghaft mit dem Social Media-Strom schwimmen wollen und wie der Rest der Nation einen auf reiterliches Modepüppchen machen, das alle naselang neue Sachen für die Firmen (möglichst kostenlos) bewirbt? Muss ich ständig Shootingfotos machen und eine heile rosa Reiterwelt präsentieren, die es außer auf den Shootingfotos selbst eigentlich so gar nicht gibt?

 

Machen wir uns nichts vor: Die Chancen, dass gerade ich mit meinem Blog jemals so bekannt werde wie die bekannten Reitsport-Influencer auf Instagram und YouTube, sind wohl eher begrenzt. Außerdem bin ich ehrlich gesagt zu geizig, Geld für unlautere Mittelchen auszugeben, nur um meine Statistiken zu schönen und einen Anschein zu erzeugen, der nicht der Realität entspricht. Zumal das nun wirklich das Dümmste ist, was man machen kann. Wie soll das also funktionieren? Aber man soll ja bekanntlich niemals "nie" sagen. Vielleicht wird mein Blog ja doch irgendwann so bekannt? Ich meine, wenn ich mir ansehe, was letztes Jahr alles möglich geworden ist, selbst bei stagnierenden Followerzahlen auf Instagram... Denn die Blogleserzahlen steigen trotzdem kontinuierlich. Und wenn es so weitergeht auf Instagram mit eingeschränkten Reichweiten und Algorithmen, die den Nutzern vorgeben, was ihnen gefälligst zu gefallen hat, schafft sich auch dieses Social Network bald selbst ab -  genau wie sein großer Bruder Facebook, der mittlerweile auch in der Beliebtheit der User eher abnimmt als zulegt.

 

Deswegen lautet mein Entschluss: Natürlich wir es weitergehen. Ganz aufhören möchte ich nicht. Schließlich habe ich in den letzten drei Jahren genug Zeit und auch Geld in die ganze Sache investiert. Aber ich möchte wieder deutlich mehr Richtung Inhalte gehen und weg von dieser Selbstdarstellung. Denn das bin nicht wirklich ich, das ist nur die Richtung, in die ich mich in den letzten Monaten habe drängen lassen. Damit habe ich versucht, das zu bedienen und dem zu entsprechen, was die Masse wünscht. Damit fühle ich mich aber nicht wohl, denn ich bin im realen Leben kein Selbstdarsteller oder jemand, der sich ständig in den Vordergrund rücken und Bestätigung von anderen haben muss, damit er sich gut fühlt. Das Bloggen muss in erster Linie mir selbst Spaß machen, denn nur so kann ich kreativ sein und gute Inhalte liefern. Und wie kann ich selbst guten Gewissens Authentizität und Ehrlichkeit propagieren, wenn ich nicht ehrlich zu mir selbst bin und nur um der Statistik und Reichweite Willen ein Bild von mir erzeuge, das nicht meinem "richtigen" Ich entspricht?

 

Dass das nicht unbedingt etwas ist, mit dem man heutzutage ein sonderlich großes oder schnelles Wachstum an „Fans“ generiert, muss ich an der Stelle in Kauf nehmen. Denn die Mehrheit der Social Media Nutzer ist ja doch eher dem Voyeurismus erlegen und konsumiert gerne die tägliche Dosis der Selbstdarsteller. Oder wie sind sonst die großen Followerzahlen auf ebensolchen Instagram-Accounts zu erklären? Aber hin und wieder möchten die Menschen eben doch über Dinge informiert werden und echte Erfahrungsberichte haben statt der ständigen Marken-Lobhudelei. Klar, wer von Firmen ständig was geschenkt bekommt, wird tendenziell eher immer brav Lobgesänge auf die Firma anstimmen. Sonst läuft man ja Gefahr, irgendwann nichts mehr zu bekommen. Aber wer gibt das schon freiwillig zu?

 

Mit Neid gegenüber Influencern haben meine Worte übrigens nichts zu tun. Wäre ich neidisch, würde ich weiter versuchen, krampfhaft den Selbstdarsteller-Weg zu gehen, weil es ja offensichtlich alle machen. Aber wie ihr ja oben lesen könnt, ist gerade das nicht der Fall. Die Anzahl an Influencern, die es geschafft haben, ihr Hobby zum Beruf zu machen und wirklich richtiges Geld verdienen, von dem allein man leben kann und das nicht nur ein kleines Zubrot ist, ist doch recht überschaubar. Und denen gönne ich ihren Erfolg auch von ganzen Herzen, denn sie hängen sich (in den meisten Fällen) wirklich rein und davor ziehe ich den Hut! Für mich ist es eher Ansporn, vielleicht doch selbst irgendwann mehr zu erreichen als einen hobbymäßig geführten Blog. Und wie auch andere „echte“ Blogs zeigen, muss man nicht immer den Selbstdarsteller-Weg gehen, um erfolgreich Kooperationen zu haben und über den Blog Einnahmen zu generieren. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zur billigen Werbeplattform mutiert, wie man es leider in den letzten Monaten immer häufiger sieht.

 

Sicherlich könnte man jetzt sagen: „Wie, Du hast in drei Jahren noch keine zehntausend Follower auf Instagram erreicht? Du bist mit Deiner Website noch nicht im Top-Ranking auf Google? Du bist noch kein gefragter Influencer, sondern der Großteil der Leute fragt eher „Julia - wer?“ Du gehörst immer noch nicht zu den Stamm-„Bloggern“ des CHIO? Du wurdest noch nicht zum Meet&Greet zum Autogrammeschreiben eingeladen?“ Aber dann denke ich mir: Hey, ich habe trotzdem in diesen drei Jahren schon so viel erreicht, was andere vielleicht nicht erreicht haben. Ja klar, meine Followerzahl auf Instagram stagniert. Dafür wachsen die Besucherzahlen des Blogs. Zwar nicht mega rasant, aber sie wachsen. Ich durfte noch nicht als Blogger „gratis“ zum CHIO. Dafür durfte ich schon mehrmals als Blogger in Balve und in Frankfurt sowie anderen Events dabei sein. Ich habe anscheinend genügend Unterstützer, die mich letztes Jahr bei dem „Effol sucht Pferdefreund“ Wettbewerb in die Top 10 gevotet und mir so den Sieg in der Kategorie Dressur überhaupt ermöglicht haben. Ohne diese Menschen hätte ich also dieses tolle Sponsoring nicht bekommen, worauf ich mächtig stolz und wahnsinnig dankbar für bin. Ganz so verkehrt scheine ich also mit dem, was ich mache, doch nicht zu liegen.

 

Insofern liegt für mich klar auf der Hand, dass es weiter geht. Der Fokus von Julia’s ReiterBlog wird aber nun wieder vermehrt auf den Eventberichten, Produktrezensionen, Tipps & Tricks und dergleichen liegen. Sicherlich gibt es auch weiterhin Berichterstattung über Xeron und mich, denn das ist ganz klar ein Teil des Blogs. Aber eben nicht nur. Und ganz ehrlich, reine Instagram-Followerzahlen sind mir mittlerweile so schnuppe. Ich mache mich da nicht mehr verrückt. Mein Blog wird von immer mehr Menschen gelesen und der Anteil an Stammlesern, die gern immer wieder kommen, steigt auch. Allein das ist schon ein Erfolg in Zeiten, in denen „richtige“ Blogs gern für „tot“ und „untrendy“ erklärt werden.

 

Die Marschrichtung für 2020 ist somit für mich klar. Nun geht es an die Umsetzung. Einige Beitragsthemen habe ich bereits für dieses Jahr gesammelt. Natürlich könnt ihr mir aber weiterhin gern mitteilen, wenn ihr einen Beitrag zu bestimmten Themen haben wollt. Kommentiert gern diesen Beitrag mit euren Gedanken, Ideen und Anregungen!

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kristine @equus.domesticus (Samstag, 01 Februar 2020 12:57)

    � Darf ich den Text als Gastbeitrag für meinem Blog klauen?� Scherz!!! Mache ich natürlich nicht. Ich kann deine Gedanken unheimlich gut nachvollziehen. Bin selbst allerdings noch ziemlich in der Gedankenkrise drin, weil auf Instagram wirklich viel schief läuft.

  • #2

    Julia's ReiterBlog (Sonntag, 02 Februar 2020 11:37)

    Vielen Dank, liebe Kristine! Ich kann das gut nachvollziehen, tatsächlich läuft auf Instagram, aber auch auf anderen Sozialen Medien derzeit so einiges schief. Da kann man es den Leuten nicht verübeln, wenn sie keine Lust mehr drauf haben.