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Stallschrank ausmisten und richtig einräumen mit System – meine Tipps!

Stallschrank ausmisten ist ein Thema, dem wir gern mal versuchen auszuweichen. Bestimmt geht es euch genauso, hab ich Recht? Wir horten unheimlich gern Sachen, die wir eigentlich kaum bis gar nicht mehr nutzen und beherbergen oft viele solche „Schrankleichen“, die eigentlich komplett überflüssig geworden sind. Dabei ist es ja eigentlich gar nicht schwer, den Stallschrank richtig auszumisten und wieder schön zu ordnen. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks bekommen wir das Pferdesachen-Chaos schnell in den Griff.

 

Für mich gilt in meinem „außerpferdischen“ Leben: Wenn etwas länger als 2 Saisons nicht getragen oder genutzt wurde, kann es weg. Und eigentlich sollten wir es mit unserem Reitzubehör genauso machen. Aber gerade wenn man auch ein modisches Auge auf Schabracken und Co. hat, ist das gar nicht so einfach. Was, wenn ein paar Farben in der nächsten Saison plötzlich wieder im Trend sind?

 

Zum Glück habe ich was Farben anbelangt, meinen Stil gefunden. Ich mache nicht jeden farblichen oder modischen Trend mit. Das bewahrt mich dann doch vor einigen unüberlegten Fehlkäufen. Mein Stallschrank beherbergt was Schabracken, Bandagen und sonstige farbige Teile anbelangt eine Sammlung aus Lieblingsteilen, sowohl Basics als auch ein paar Eyecatcher, die mir schon seit geraumer Zeit Freude bereiten und es hoffentlich auch noch lange tun werden. Denn bei den Farben bleibe ich hauptsächlich klassisch-gedeckten Blau-, Braun- und Rottönen sowie natürlich dem Allstar Schwarz treu.

 

Anfang des Jahres habe ich meinen heimischen Stallschrank übrigens erweitert. Anfangs war dieser nämlich einfach nur ein ausrangierter Küchenhochschrank eines schwedischen Möbelhauses in den Maßen 60 x 60 x 200 cm. Da der aber heillos überquoll und sich daneben mit der Zeit doch noch ein paar Kisten und Stiefeltaschen ansammelten, suchte ich besagtes Möbelhaus schließlich nochmal auf, um mir noch einen baugleichen Hochschrank dazu zu kaufen.

 

Und wie das immer so ist, verleitet „mehr Platz“ gern auch dazu, „mehr“ anzusammeln. Um dem zu begegnen, habe ich für mich ein paar Regeln zum Stallschrank ausmisten festgelegt, die ich auch konsequent durchziehe. Ein überaus nachhaltiges System, wodurch es künftig nicht mehr zu „Schrankleichen“ kommen wird.

 

Mit den folgenden Tipps und Tricks könnt ihr ebenfalls den Kampf gegen das Reitsachen-Chaos gewinnen und Ordnung in eurem Stallschrank einziehen lassen.

 

Schritt 1: Stallschrank richtig ausmisten!

  • Einen Tag festlegen: Plant euch einen Tag ein, an dem ihr euch voll und ganz eurem Stall-Chaos widmen könnt. Schreibt euch die „Mission Schrank ausmisten“ dick und fett in euren Kalender – jetzt gibt es keine Ausreden mehr! Natürlich werden hier auch viele „Ah das habe ich schon lange gesucht!“ und „Das kann ich einfach nicht weggeben!“-Momente dabei sein. Im Endeffekt wird aber die Vernunft siegen und ihr werdet erstaunt sein, wieviele Sachen da zum Schluss auf dem "Kann weg"-Haufen liegen werden.
  • Fach für Fach und Stange für Stange: Nun befreien wir Fach für Fach und Stange für Stange von unseren Sachen und putzen erst einmal gründlich durch. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man sein Hab und Gut in einen gut geputzten Schrank zurück hängen kann. Legt alle Sachen auf den Boden vor euch. Das Schwierige kommt jetzt: Wir trennen uns von vielen ungenutzten, unpassenden, kaputten und aus der Mode gekommenen Teilen!
  • Schrankleichen: Selten genutzte Sachen, von denen ich mich aber nur mit sehr viel Herzschmerz trennen könnte, sammle ich auf einem eigenen Stapel. Meist hängen Erinnerungen an diesen Stücken oder hat einen besonderen Bezug zu einem bestimmten Teil. Diesem Stapel widme ich mich ganz zum Schluss meiner Ausmist-Aktion. Fragt euch dann nicht: „Wieso soll ich das aussortieren?“ sondern lieber: „Warum soll ich es behalten?“ Wenn euch dann ein wirklich guter Grund einfällt, dann bekommt das Stück eine letzte Chance.
  • Die falsche Größe? Sind die Sachen zu klein, zu groß, zu eng oder zu weit? Dann weg damit. Nein, wir bewahren es nicht endlos lange auf und hoffen, dass wir irgendwann mal ein Pferd haben werden, dem die Sachen passen!
  • Stilwechsel? Sachen die aus der Mode gekommen sind oder unserem Stil nicht mehr entsprechen, dürfen ebenfalls ausgemistet werden. Denn wir brauchen nunmal keine 20 alten Schabracken, die man zu Hause "noch für's Gelände" nehmen kann. In diesem Fall setzt ihr lieber auf hochwertige Basics.
  • Doppelt gemoppelt: Brauche ich 10 weiße Turnierschabracken mit verschiedenen Kordeln und 5 Paar Hufglocken in unterschiedlichen Farben? Nicht wirklich oder? Also entscheide ich mich, wenn auch schweren Herzens, für meine 2-3 liebsten Stücke davon und der Rest kommt weg. Für die Zukunft kann man sich merken, dass man lieber in wenige, aber dafür tolle und hochwertige Sachen investiert. Das gilt vor allem für Basics, denn die kommen nie aus der Mode und stellen die Grundlage eines jeden Pferde-Outfits dar. 
  • Alterserscheinungen: Möchte man seinen Stallschrank richtig entrümpeln, muss man hin und wieder auch den Zustand der Sachen anschauen. Vor allem Lederteile, die lange ohne entsprechende Pflege im Spind rumgelegen haben, können spröde oder rissig werden. Solche beispielsweise Steigbügelriemen oder Trensenteile können mit der Zeit sonst auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Wenn uns der Steigbügelriemen im gestrecken Galopp im Gelände reißt, ist es zu spät! Auch Gebisse, die schon ausgeschlagen sind, massive Bissspuren oder scharfe Kanten haben, müssen dringend weg.
  • Aus Alt mach Neu: Beim Schrank aufräumen kommt auch mal das ein oder andere Lieblingsstück mit Geschichte zum Vorschein. Oder nette Stallkollegen vererben uns ab und zu ein paar Teile, die sie selbst nicht brauchen. Manche Sachen, die an sich noch gut sind, müssen manchmal nur aufgepeppt, verändert oder richtig gereinigt werden. Eine Abschwitzdecke mit einer schönen Farbe kann man beispielsweise mit neuem Einfassband, Kordeln oder Straßsteinchen aufwerten. Oder man kann eine Schabracke mit ein bißchen Geschick und einer Nähmaschine beipsielsweise in eine Longiergurt-Unterlage umändern. Hat man jedoch keine Freude mehr daran bzw. es generell noch nie genutzt dann wird es radikal ausgemistet.
  • Der finale Feinschliff: Wenn wir nun alles sorgfältig ausgemistet haben, können wir uns einen guten Überblick über die vorhandenen Habseligkeiten verschaffen. Und auch wenn wir uns nun schon von sehr vielen Dingen getrennt haben, können wir uns noch die folgenden Fragen stellen: „Welche Sachen habe ich doppelt oder dreifach im Schrank?“, „Von welchen Teilen kann ich mich spontan doch noch trennen?“. Auch damit lässt sich der Schrankinhalt noch einmal minimieren und man entdeckt das ein oder andere Stück, das man nach dem Ausmisten garantiert nicht vermissen wird. 
 

  

Wohin mit den Sachen, die wir nicht mehr brauchen?

 

Alles, was ungenutzt oder ungeliebt, aber in einem guten Zustand ist, verkaufe ich vorwiegend auf Kleinanzeigen-Portalen im Internet. Aber auch Reiterflohmärkte nutze ich gern, um meine Sachen an jemanden zu verkaufen, der sie besser gebrauchen kann als ich. Meinen Bericht über einen Reiterflohmarkt lest ihr übrigens hier nach.

 

Ansonsten biete ich aber auch Stallkollegen ab und zu Sachen an. Haben diese auch keine Verwendung mehr, verschenke ich oft auch Dinge an Reitschulen. Die freuen sich nämlich oft sehr über solche Spenden. Dabei achte ich natürlich drauf, dass die ausgemisteten Sachen intakt sind und keine größeren Mängel aufweisen. 

   

 

Schritt 2: Stallschrank einräumen und ordnen mit System

  • Ordnung im Stallschrank: Ich ordne meine Sachen nach Rubriken und Zweck. Dieses System verfolge ich bereits seit einiger Zeit und damit komme ich auch super zurecht. Zur besseren Übersichtlichkeit hänge ich beispielsweise meine Schabracken mit Hosenbügeln an einer Kleiderstange auf. Das ist praktischer, als eine einzelne Schabracke aus der Mitte eines Stapels ziehen zu müssen. Der Vorteil bei den Bügeln ist außerdem, dass man die dazugehörigen Fliegenmützen einfach direkt oben mit an den Haken hängen kann und sie so gleich mit griffbereit sind. Außerdem sind sie auch nach Farben sortiert: weiße Turnierschabracken, Blautöne, Lila und Rosé, Brauntöne, Rottöne, Schwarz. Meine Bandagen, Gamaschen und Hufglocken lagern in ihren Aufbewahrungstaschen in einer extra Schublade. Man kann natürlich auch nach Themen wie zum Beispiel "Training", "Turniersachen" usw. sortieren. Je nachdem, welche Aufteilung für euch am besten funktioniert. Gewöhnt euch aber feste Plätze für eure Sachen an, dann tut ihr euch leichter, Ordnung zu halten.
  • Pflegemittel immer griffbereit: Ich habe eine große Schublade eigens nur für diverse Pflegemittel. Die grobe Einteilung dabei: links Leder- und Stiefelpflege, rechts diverse Pflegemittelchen für's Pferd. Hier will ich demnächst noch optimieren und kleine Klarsichtboxen kaufen, wo ich die Sachen dann extra reintun kann. Dann kann man, wenn man das nächste Mal sein Sattelzeug putzen will, einfach nur die Kiste aus dem Schrank holen und hat Sattelseife, Lederfett, Lappen usw. gleich auf einen Schlag griffbereit.
  • Stallapotheke: Aktuell habe ich keine, da mein Stallschrank ja bei mir zu Hause steht und Xeron im Stall eine Stallapotheke im Spind hat. Aber auch hier kann man beispielsweise alle wichtigen Dinge, die in so eine Stallapotheke gehören, in eine entsprechende Schachtel packen.
  • Zaumzeug und Stiefel lagern bei mir in einem ausreichend hohen Fach im Schrank. Die Stiefel bewahre ich zusätzlich in ihren Stiefeltaschen auf. Gegenüber hängen an Trensenhaken meine Trense, Halfter, Stricke und Longe.
  • Gerten in Reih' und Glied: Meine Dressurgerten, Springstöckchen und die Teleskop-Longierpeitsche habe ich außen an einer Seite des Schranks hängen. Nicht etwa in teuren Gertenhaltern. Nein, es gibt eine einfachere und viel günstigere Lösung: Klemmschellen aus dem Baumarkt! Die findet ihr in der Elektroabteilung. Die Größe "D20" eigenet sich super dafür. Solche Schellen kosten nur ein paar Cent und schon fliegen die Gerten nicht mehr kreuz und quer im Schrank rum.

Stallschrank richtig ausmisten - mein Fazit

 

Ich gebe zu, ich gehöre auch zu denjenigen, die Sachen am liebsten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufbewahren würden. Denn vielleicht kann man es ja doch noch brauchen... Wenn man sich aber erstmal dran gewöhnt hat, regelmäßig auszumisten, wird es irgendwann zur Routine und fällt einem dann auch nicht mehr so schwer. Es ist einfach ein Lernprozess. Manchmal braucht es aber auch einfach einen „Mir-wird-alles-zu-viel“ oder „Mir-fällt-die-Stallschrank-Decke-auf-den-Kopf“-Moment um richtig loszulegen und auszumisten. Mehrere Umzugskartons voll mit alten Stallsachen habe ich beim ersten großen Ausmisten für meinen Stand auf dem Reiterflohmarkt zusammenbekommen und ich kann mich jetzt nur noch an einen Bruchteil der Sachen erinnern. Das hat richtig gut getan! Nach meiner Ausmist-Aktion habe ich natürlich auch wieder einen guten Überblick über all meine Sachen. Richtig ausmisten und sich von Altlasten zu trennen hat definitiv nur Vorteile.

 

Wie ist das bei euch? Habt ihr euer Projekt "Stallschrank/Spind ausmisten" in diesem Jahr schon erfolgreich bewältigt? 

 

Nachfolgend habe ich noch 4 Tipps für euch, die stets für Ordnung - nicht nur im Stallschrank - sorgen.

 

 

  

Ordnung im Stallschrank - meine Quick Tipps!

 

  1. Wenn ein Teil kommt, muss ein anderes gehen! Eine nachhaltige Taktik, bei der man gar nicht erst Gefahr läuft, sich in kürzester Zeit wieder in einem überfüllten Stallschrank wiederzufinden.
  2. Bewusster einkaufen! In Zeiten, in denen wir täglich mit Werbung zu den allerneusten Produkten überflutet werden, nicht immer so leicht. Schließlich wollen wir ja auch das allerneueste Fellspray haben, weil es ein Influencer gerade so angepriesen hat oder der Glitzerstirnriemen in "lila-blassblau-kariert" jetzt der heiße Shit ist. Stop! Vor dem Kauf sollten wir uns lieber erstmal überlegen, ob wir das Teil jetzt wirklich unbedingt zum Überleben brauchen. Lieber erstmal das jetzige Fellglanzspray aufbrauchen. Das andere läuft ja nicht weg, das kann man dann immer noch kaufen.
  3. Ordnung halten: Auch wenn es schwer fällt: haltet euch an die Ordnung, die ihr im Stallschrank geschaffen habt. Die Trense kommt immer wieder an den Haken. Das Kühlgel stellen wir direkt wieder zu den Pflegemitteln zurück. Hin und wieder fegen wir kurz mit einem Handfeger durch. Das sind alles kleine Schritte ohne großen Zeitaufwand, die aber äußerst effektiv sind.
  4. Kleiner Monats-Check: Wenn wir unseren Stallschrank einmal richtig ausgemistet haben, reicht danach ein kurzer Check alle paar Monate. Trends entwickeln sich weiter, man trennt sich von verschlissenen Sachen oder hat einfach keine Verwendung mehr für dieses eine Gebiss, weil's Pferd mit dem anderen einfach zufriedener läuft. Solche Sachen entsorgen wir dann regelmäßig wie oben beschrieben. Das reicht völlig, um die Ordnung im Stallschrank zu bewahren.    
 

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