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Training bei Sönke Rothenberger am 26.06.2020 | FMA

Was für ein aufregender Tag! Ein Einzeltraining unter Profi-Anleitung auf einer der schönsten Anlagen weit und breit, wer träumt wohl nicht davon? Für mich ist dieser Traum am 26.06. wahr geworden, denn Xeron und ich durften mit keinem geringeren als Dressurreiter Sönke Rothenberger trainieren! Wie der Tag war, was wir erlebt haben und was wir für Tipps mitnehmen konnten, erfahrt ihr hier.

 

PRODUKTPLATZIERUNG | SPONSORING

 

Wer mir nicht oder noch nicht so lange auf Instagram folgt, fragt sich sicherlich: "Wie ist sie da ran gekommen?" Dann will ich euch das kurz noch erklären: Vor gut einem Jahr hatte EFFOL einen Wettbewerb namens "EFFOL sucht Pferdefreund" ausgeschrieben. Man konnte sich da einen Steckbrief erstellen, in dem man sich und sein Pferd vorstellte. Unterteilt war in verschiedene Kategorien (Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Volti, Fahren, Breitensport). Es gab zuerst eine Votingrunde, bei der Fans, Freunde und Familie für einen abstimmen konnten. Aus den Finalisten dieser Vorrunde wurden dann schließlich im Jury-Entscheid die Gewinner ermittelt. Diese erhielten von EFFOL ein einjähriges Sponsoring sowie jeweils ein Meet&Greet oder ein Training beim jeweiligen Jury-Mitglied. In der Kategorie Dressur war das Sönke Rothenberger. Niemals hätte ich damit gerechnet, überhaupt die Vorrunde zu überstehen, geschweige denn den Sieg nach Hause zu holen! Wie krass war das! Immerhin gab es zigtausend Bewerber und alle hatten ganz tolle Profile. Auch schon recht bekannte Instagrammer und YouTuber waren darunter, sodass ich mir eigentlich keine Chancen ausrechnete. Letztenendes haben wir aber die Jury überzeugt und durften uns also nun über das Sponsoring und ein Training bei Sönke freuen.

 

Die meisten Gewinner der anderen Kategorien konnten ihre Trainings bzw. Meet&Greets letztes Jahr schon wahrnehmen. Bei uns war das leider erst dieses Jahr möglich, denn Sönke hatte aufgrund des Brands auf Gestüt Erlenhof letztes Jahr und dem damit verbundenen Wiederaufbau der Anlage sowie seinen ganzen anderen Terminen definitiv schon genug um die Ohren - verständlich! Eigentlich sollte es dann in diesem Frühjahr soweit sein, sobald die neue Reithalle fertig war. Doch wir mussten uns aufgrund der COVID-19 Pandemie doch noch etwas länger gedulden. Schließlich kam von EFFOL die Anfrage, ob wir denn recht kurzfristig am 26.06. zum Training kommen könnten. Was für eine Frage! Ja sicher! Zwar an einem Freitag, aber ich hatte eh noch Überstunden zum Abfeiern und Regina konnte auch, also auf geht's!

 

Am Vorabend bekam ich dann noch die Info, dass neben dem Business Director von EFFOL auch noch eine Redakteurin der Reiter Revue vor Ort sein wird, da die Zeitschrift einen Beitrag über das Training plant. Wow! Xeron und ich in der Reiter Revue! Ist das noch zu toppen?

 

Da wir gut eine Stunde Fahrt nach Bad Homburg vor uns hatten und ich uns nicht abhetzen wollte, startete der Tag für mich schon recht früh. Ich machte in Ruhe den Hänger startklar, räumte die Sachen ins Auto. Dann machte ich Xeron hübsch und bereitete ihn auf die Fahrt vor. Regina war natürlich auch mit dabei als "Trainingstrottel", seelische Unterstützung und persönliche Kamerafrau. Alles war total entspannt, als würde wir jede Woche da hin fahren. Ich machte mir nur ein paar Gedanken wegen der Autobahn, denn ich bin mit Xeron tatsächlich noch nie vorher auf der Autobahn gefahren. Aber das war total unbegründet. Xeron war artig wie immer. Man kann dieses Pferd wirklich wie ein Fahrrad auf dem Hänger parken. Er geht immer brav rein, er steht immer super brav bei der Fahrt. Man merkt ihn so gut wie gar nicht.

 

Wir hatten auch noch etwas zeitlichen Puffer eingeplant für den Fall der Fälle, aber die Autobahn war frei und wir kamen gut durch. Dank perfekter Wegbeschreibung fanden wir uns dann auch auf dem riesigen Gelände des Gestüts super zurecht. Allein dieses majestätische Tor, das sich ganz langsam vor uns öffnete, die großen Koppeln entlang des Wegs und dann diese riesige (und ich meine RIESIGE!) Reithalle, die auf einmal vor uns auftauchte! Wir waren einfach nur geplättet. Wir fuhren die Auffahrt zur Halle hoch, parkten direkt davor wie gebeten - puh. Wir waren tatsächlich da! Erster Blick in den Hänger: Xeron immer noch entspannt wie eh und je. Sehr gut. Wir hatten noch Zeit bis zum Treffen, also schauten wir uns ein wenig um. In der Halle konnte ich Semmieke Rothenberger auf Deinhard erkennen, die ganz entspannt ihr Training absolvierte. Diese Halle! Was man da durch die Fenster sah, war einfach toll! Neben der Halle eine Koppel mit einer kleinen Rennbahn außenrum, auf dem die Pferde auch mal nach Herzenslust unterm Reiter fetzen können. Wie toll ist das bitte! Auf der der anderen Seite der Rest des Dressurstalls mit Stallungen, Führanlage, Hengststall, Reitplätzen, ja sogar einem Teich samt Springbrunnen. Allein der Hengststall sieht luxuriöser als manchen Wohnhaus aus! Vor uns die Koppeln mit den Zuchtstuten und Fohlen. Alles top gepflegt, modern, hell, freundlich. Ein absolutes Pferdeparadies! Wer auch immer behauptet, alle Sportreiter würden ihre Pferde nur als Geräte ansehen, sie weg sperren und ihnen nichts gönnen, wird hier definitiv eines Besseren belehrt! Wenn mich einer fragt, wie mein Traumstall aussehen würde: genau so!

 

Pünktlich zum ausgemachten Termin trafen wir auf Jörg von EFFOL sowie auf Kirsten von der Reiter Revue. Wir hielten kurz Plausch und dann kam auch schon Sönke, ganz lässig in Jeans, Shirt und Sneakern. Shake-hands musste coronabedingt natürlich ausfallen. Wir entschieden, das Training in der Halle zu machen, denn wir hatten 12 Uhr mittags und die Sonne brannte. Wir luden Xeron aus, der angesichts der Stuten erstmal kurz seine Anwesenheit mitteilen musste. Er freut sich immer so, wenn er fremde Pferde sieht! Wie zu erwarten war auch heute an Stillstehen beim Satteln am Hänger nicht zu denken, aber das ist uns ja schon bekannt und mit etwas Geduld hatten wir dann Sattel und Trense recht schnell drauf. Helm auf, Stiefel an, los geht's. Zum Glück hört Xerons Zappelei ja sofort auf, sobald man drauf sitzt. Von innen wirkt die neue Reithalle nochmal größer! Großzügige Fensterfronten, eine gepolsterte Sitzbank mit Logo-Stick, große Spiegel, eine Bande, auf der man Staubkörner vergeblich sucht. Selbst das 20 x 60 m Viereck sieht in dieser Halle noch klein aus. Und mittendrin: Xeron und ich. Wir drehten erstmal ein paar Runden am langen Zügel außenrum und der Friese war absolut unbeeindruckt. Ich glaube, es gefiel im sogar sehr dort.

  

 

Ich sollte erstmal so losreiten wie zu Hause auch, Sönke schaute zunächst zu und klinkte sich dann ein. Ich ritt die ganze Einheit über mit tendenziell eher etwas längerem Zügel, um so eine schöne Dehnung nach vorwärts-abwärts zu ermöglichen. Sönke ermutigte mich, auch hier schon immer mal wieder geradeaus zu reiten und nicht nur auf Zirkeln. "Das ist prinzipiell schon richtig, weil sich die Pferde auf gebogenen Linien leichter tun, in die Anlehnung zu kommen, aber Du willst ja, dass er in beide Hände gleichmäßig rein zieht und das geht eher auf der Geraden", erklärte er. Anfangs hatte ich noch die Gerte dabei, aber da Xeron auch von sich aus willig lief, legte ich sie dann doch recht schnell beiseite. Mittlerweile versuche ich ja, Xeron mehr und mehr ohne Gerte zu reiten, weil ich gemerkt habe, dass ich durch die Gerte schneller mit der Hand blockiere und so den Friesen im Maul störe. Auch im Trab zeige er sich bemüht, wobei er anfangs noch versuchte, immer mal wieder hoch zu drücken. Wir bauten daher  Zirkel und Volten ein, um ihn mehr ums Bein zu biegen. In den Ecken sollte ich fleißiger vorwärts reiten. "Pass auf, dass Du ihn in den Volten außen mehr begrenzt, sonst drückt er sich über die Schulter raus", ermahnte Sönke.

 

Mehr Lockerheit bekamen wir über viele Übergänge und Tempowechsel innerhalb der Gangarten. So sollte ich beispielsweise aus der Ecke heraus einmal richtig zulegen, dann kurz abfangen, dann nochmal zulegen und vor der Ecke wieder abfangen. "Übe auch, nicht nur auf der Geraden zuzulegen, sondern reite ihn auch in den Ecken ab und zu mal mehr vorwärts, dass er Dir da frisch bleibt und sich nicht nur ans "Gas geben" an der langen Seite gewöhnt", empfahl mir Sönke. "Der muss Dir auch in den Ecken fleißig bleiben!" Um das Herausheben beim Angaloppieren und Antraben auszumerzen, sollte ich immer vorher eine Volte einbauen, damit Xeron den Hals fallen lässt und da heraus dann direkt die Hilfen geben. "Dann ist er ja schon schön an der Hand, dann tut Ihr Euch beide leichter." 

 

 

 

 

Auch in der Galopparbeit konnten wir manches verbessern. Sönke lobte Xerons Galopp: "Der galoppiert wirklich schön! So, wie er Dir da in beide Hände reinzieht und sich ans Gebiss dehnt, das musst Du mit ihm auch im Trab hinbekommen. Dann läuft der wirklich gut." Auch hier: "Leg ruhig in der Ecke mal etwas zu." Nachdem wir den Friesen gut weichgeklopft hatten, ging es noch an den Außengalopp. Ich hatte Sönke berichtet, dass Xeron sich da noch schwer tut, um die Ecke zu kommen und er ins "Hopsen" kommt, wenn er im Außengalopp ist. Also sollte ich ihn erst an der langen Seite angaloppieren, dann durch die halbe Bahn wechseln, dabei gestellt lassen und dann bei Erreichen des Hufschlags auf der Geraden zulegen, bevor ich ein paar Meter weiter einen halben Zirkel einleitete. Danach ging es an der anderen langen Seite nochmal ein Stück geradeaus, bevor wir in den Trab durchparieren sollten. "Lass den schön nach außen gestellt, reite ganz normal weiter und nimm ruhig die Hand, die dann nach innen in die Bahn zeigt, einen Tick höher. Dadurch begrenzt Du ihn in die Bahn rein. So vermeidest Du, dass er umspringt, wenn er nicht soll. Wenn Du den Hufschlag erreichst, muss er erst ein Stück nach vorn ziehen. Mach ihn so nochmal frisch, bevor Du ihn abwendest. Das hilft, das Tempo in der Wendung zu erhalten. Später, wenn Du die Ecken ausreitest, muss er sich noch mehr ausbalancieren. So kannst Du das nach und nach erarbeiten. Jetzt ist es natürlich noch schwer für ihn."

 

Nachdem Xeron auch das ganz gut absolviert hat (da war eher ich der Körperklaus obendrauf), ließ ich noch locker austraben und dann war das Training auch schon wieder vorbei. So schnell! Die Zeit verging wirklich wie nichts. Ich hätte noch ewig weitermachen können. Es lief so gut. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können. Kirsten hatte mich im Vorfeld gefragt, ob ich aufgeregt bin und ob ich irgendwas ganz bestimmtes heute üben wolle. Nein, wollte ich eigentlich nicht. Ich hatte mir vorgenommen, einfach zu schauen, wie Xeron so drauf ist und was er mir anbietet. Wenn es nur Basics gewesen wären, dann wäre es eben so gewesen. Aber die sind ja auch wichtig. Hätte ich jetzt zwanghaft irgendwelche Lektionen machen wollen, nur weil wir bei Sönke reiten, wäre das wohl eher kontraproduktiv gewesen. Dann wäre ich selbst wohl zu aufgeregt und mit zu großer Erwartungshaltung herangegangen und hätte mich dann innerlich zu sehr verspannt. Auch wenn Xeron manchmal im Umgang ein kleiner Büffel ist, sind seine Antennen doch recht fein und er merkt sofort, wenn der Reiter unentspannt ist und wird dann auch unentspannt. So haben wir einfach schauen können, was an diesem Tag geht und entsprechend locker und easy arbeiten können. Zufriedenes Pferd, zufriedene Reiterin. Und war ich aufgeregt? Nein, überhaupt nicht, komischerweise. Es hat sich einfach alles gut und richtig angefühlt und Sönke gab einem auch ein gutes Gefühl von Anfang an. Nicht zuletzt, weil "Seeeehr gut!" wohl der meistgesprochene Satz an dem Tag war. Lob aus des Profis Mund - Reiterherz, was willst Du mehr!

  

 

"Der macht das wirklich gut", lobte Sönke. "Der ist echt ein nettes Pferd, das ist kein verkehrter. Der ist sehr bemüht, das merkt man. Ihr macht das schon gut so. Wenn ihr dann mal Richtung L, M, S geht..." Ääähm, ja. Ich musste lachen: "WENN wir mal L, M gehen!" Dass Xeron Sönke auch mochte, kann man an den Fotos wohl ganz gut sehen. Oder war es doch eher die Hoffnung, dass der Mann ein paar Leckerli für ihn einstecken hatte? "Wenn Du magst, kannst Du auch gern nochmal auf die Rennbahn mit ihm rausgehen!" bot Sönke an. "Wir machen das mit unseren Pferden zum Abschluss ganz gerne mal, da können sie nochmal schön frei vorwärts gehen." Also gingen wir mal rüber, allerdings waren die Gärtner da gerade mit dem Pflanzen eines jungen Baums am Rand beschäftigt und der Radlader stand auf der Bahn. Also ließen wir es  und machten lieber noch eine kleine Fotosession auf dem Hof vor der Halle.  Es folgten noch kurze Interviews für den Reiter Revue Beitrag und deren Social Media Accounts. Im Gegensatz zum Training selbst war das dann eher ungewohnt für mich. Was sage ich da bloß in die Kamera? Man will sich ja auch nicht vor einem großen Publikum mit dummen Aussagen blamieren. Naja, solange ich nicht so "intelligente" Schoten wie mancher Fußballer von mir gebe, ist alles gut.

 

Tja und dann war mehr oder minder auch schon wieder alles vorbei. Beim Einladen hatte Xeron ausnahmsweise kurzen Diskussionsbedarf. Das hatte er noch nie, aber wer kann es ihm verübeln? Ich wäre ja auch am Liebsten ganz einfach da geblieben! Ein so toller Hof, ein so sympathischer und geduldiger Reitlehrer! Gegen zwei Uhr nachmittags machten wir uns geschafft, aber glücklich auf den Heimweg. Ganz "zufällig" hatte sich dann auch noch ein Goodie-Paket in meinen Kofferraum "verirrt". Wer das wohl da reingestellt hat, nicht wahr, Jörg? ;) Bye bye, Dressurstall Rothenberger, es war schön! Das Tor ging auf, das Tor ging zu und schon waren wir auf der Autobahn und bald darauf wieder daheim. Xeron freute sich über eine kühlende Dusche und durfte dann nochmal für eine Weile raus auf die Koppel, während ich auslud, wegräumte und den Hänger parkte.

 

Ich bin sehr dankbar, diese tolle Chance bekommen zu haben. Danke EFFOL, Danke, Reiter Revue und natürlich ein riesiges Danke, Sönke! Wir hatten Spaß und ich habe tolle nette Menschen kennengelernt. Was für ein großartiger Tag voller schöner Erinnerungen! Das kann mir niemand mehr nehmen! Der Artikel der Reiter Revue zum Training wird übrigens in der September-Ausgabe erscheinen. Schaut da auch auf jeden Fall mal rein!

 

Wenn ihr es euch aussuchen könntet, bei welchem bekannten Reiter würdet ihr gern mal trainieren wollen? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt!

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Jasmin A. (Montag, 13 Juli 2020 13:09)

    Das ist ja eine mega Gelegenheit gewesen! Der Bericht ist super und das Video auch. Man hat das Gefühl, man wäre direkt dabei. Finde ich klasse! Ich würde sehr gerne mal bei Ingrid Klimke reiten. Sie ist mein großes Vorbild.