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Was lange währt… - ein Update zum Thema „Sattelverkauf“

Vor einiger Zeit habe ich euch ja ein paar amüsante Anekdoten zu meiner Sattelverkaufs-Odyssee berichtet. Nun, gut anderthalb Jahre später, will ich euch mal auf den aktuellen Stand bringen. Denn ja, es gibt endlich Neues zu vermelden.

 

Wer den Blogbeitrag und somit die Vorgeschichte zu dem Ganzen noch nicht kennt, der kann alles nochmal hier nachlesen. Seit einer Weile kann ich endlich vermelden: Juhu, der Sattel ist (endlich) verkauft! Ich meine, nachdem Lord (der schicke "Kleine" auf dem Bild) ja im Februar 2016 eingeschläfert werden musste, habe ich sage und schreibe fast drei Jahre gebraucht (okay, zwei Jahre und neun Monate), um ihn loszuwerden! Zwischenzeitlich hatte ich ihn auch mal auf Romeo in Gebrauch, als dessen Sattel nicht mehr passte. Die in meinem früheren Blogbeitrag beschriebenen Szenen wiederholten sich bis dahin in schöner Regelmäßigkeit: Käufer, die den Preis drücken wollten, ohne den Sattel je gesehen zu haben. Käufer, die ihn am liebsten geschenkt bekommen wollten. Käufer, die anfragten und sich nie wieder meldeten. Käufer, die wollten, dass ich bitte bis zur bayerisch-tschechischen Grenze fahre, damit sie den Sattel probieren können – wohlgemerkt, ich wohne immer noch in Hessen!

 

Irgendwann fängt man ja an, an der Menschheit zu zweifeln. Schließlich meldete sich Anfang November letzten Jahres dann eine Dame bei mir, die einen Sattel für ihr kürzlich neu erworbenes Familienpferd suchte. „Ich kenn‘ mich aber leider nicht so mit Sätteln aus“, gab sie offen zu. Ich muss zugeben, ich antwortete zunächst etwas zögerlich. Jemand kauft sich ein Pferd und dann direkt einen Sattel von privat, ohne halbwegs Ahnung von Sätteln zu haben. Puh. Aber da die Dame ansonsten sehr nett schrieb, gab ich mir einen Ruck. Immerhin stand ihr Pferd auch hier vor Ort, nur ein anderer Stadtteil. Da kann ich natürlich auch mal schnell hinfahren. Also machten wir einen Termin zur ersten Begutachtung und Anprobe aus. Der Tag kam, ich packte meinen Sattel ein und fuhr rüber in den Stall. Dort erwartete mich die Dame und empfing mich total herzlich. Sie zeigte mir ihre Stute und erklärte, dass ihre Tochter reitet und sie das Pferd hautsächlich für sie gekauft haben, sie und ihr Sohn aber auch gerade Reiten lernen. Sie fand den Sattel optisch prima und so legte ich ihn der Stute auf. Nach dem ersten Check befand ich, dass die Passform sogar ziemlich gut war. Ich schlug der Frau vor, einen zweiten Termin zu machen, wo dann auch ihre Tochter dabei ist und ich den Sattel samt Reiterin auch mal in Bewegung sehe. Sichtlich happy über diesen Vorschlag willigte sie ein.

 

Dieser Termin war dann eine Woche später, einen Tag bevor ich zur Messe nach Dortmund wollte. Als ich ankam, war die Tochter schon fleißig am Putzen. Wir unterhielten uns kurz und ihre Mutter kam dann auch dazu. Ich legte den Sattel auf und los ging’s zum Proberitt. Ich musste die Steigbügelriemen ein paarmal um den Steigbügel schlagen, weil die Tochter natürlich noch recht kurze Beine hatte und meine Bügelriemen logischerweise etwas länger sind. Bei meiner Größe kein Wunder! Das Mädchen ritt in der Halle, die Stute lief prima. Keinerlei Anzeichen auf ein Nichtpassen des Sattels, Drücken, Rutschen o.ä. Nach einer Weile fragte ich das Mädchen, wie sie mit dem Sattel zurechtkam. Sie war begeistert: „Der ist soooooo bequem!“ Ihre Mutter wollte noch schnell ein zweites Auge draufschauen lassen und so kam dann noch die Stallbesitzerin hinzu, die den Sattel auch nochmal auf Herz und Nieren prüfte. Auch sie hatte nichts auszusetzen, fand die Passform nahezu perfekt. Sie verschwand dann mit der Dame kurz nach draußen, um sich zu besprechen.

 

Kurz drauf kam die Interessentin dann wieder. „Also, der Preis ist fest, ja?“ Ja, ist er. „Aber darf ich vielleicht noch Deinen Sattelschoner mit dazu haben?“ Ja natürlich, daran soll es nun wirklich nicht scheitern. „Okay, wartest Du hier kurz? Ich fahre schnell zur Bank und hole das Geld.“ Ihrer Tochter teilte sie noch mit, in ihrer Abwesenheit nicht zu galoppieren, was diese natürlich prompt missachtete und die Gunst der Stunde nutzte.

 

Eine Viertelstunde später dann der Moment, der sich irgendwie total komisch anfühlte. Die Dame zahlte mir das Geld bar auf die Hand aus, wir sprachen noch kurz, verabschiedeten uns und ich verließ mit Steigbügeln, Sattelgurt und Steigbügelriemen den Hof, denn die habe ich behalten und sie waren eh nie Verkaufsgegenstand. Man weiß ja nie… Tja, auf einmal war er weg. Mein geliebter Sattel. Erst hat es so ewig gedauert, einen Käufer zu finden und auf einmal ging alles so wahnsinnig schnell. Ich weiß aber, dass ich mir mit Sicherheit irgendwann wieder einen von diesem Hersteller kaufen werde, sofern ich doch noch in diesem Leben in den Genuss eines eigenen Pferdes komme und die Passform für das Pferd stimmt.

 

Wie sind denn eure Erfahrungen zum Thema „Sattelverkauf“? Gebt ihr eure Sättel beim Sattler/Händler dann in Zahlung oder verkauft ihr auch an privat? Und wie lange hat euer letzter Sattelverkauf so gedauert? Kommentiert unter diesem Beitrag, ich freu mich auf eure Berichte!

 

 

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